Ausstellung

Dauerausstellung

In der Kristallnacht und während all der Kriegsjahre blieb den Augen der Nazis und dem späteren Eigentümer eins jedoch verborgen, die „Genisa“ – das verborgene Erbe.

Im Zuge der Dachsanierung im Jahre 1988 entdeckten engagierte Mitglieder des Freundeskreises für Kunst und Kultur e.V. aus Neunkirchen am Brand die so genannte „Genisa“ auf dem sehr gut erhaltenen Dachboden der Synagoge und stellten diese sicher. Hierbei handelt es sich um Kultgegenstände und andere Utensilien aus dem religiösen, geschäftlichen und alltäglichen Leben der jüdischen Landgemeinde Ermreuth, die sie die Jahrhunderte über gesammelt hatte und im Zuge ihrer Vertreibung einem ungewissen Schicksal überlassen mussten.

Zur Eröffnungsfeier der Synagoge wurde im Treppenhaus und auf der Frauenempore eine Dauerausstellung zum Leben und zur Kultur der jüdischen Landgemeinden in der Region am Beispiel von Ermreuth eröffnet.

Zahlreiche Exponate aus der „Genisa“ stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Eine Vielzahl an papierenen und textilen Fundstücken gewährt einen umfassenden Eindruck von dem reichen geistigen, religiösen und alltäglichen Leben dieser Landgemeinde und vermittelt zudem Einblicke in die Papier- und Textilindustrie des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung steht auch als Beispiel für viele andere jüdische Landgemeinden aus der Region. Sie greift verschiedene Aspekte des jüdischen Lebens in Ermreuth auf: so befasst sie sich unter anderem mit dem jüdischen Friedhof vor Ort und dokumentiert ihn mit Fotos und Texten, geht auf die ehemaligen Familien, ihre Wohnhäuser und Berufe ein und schildert deren Schicksale, darüber hinaus dokumentiert sie die Schule vor Ort.

Intension der Ausstellung

Intension der Ausstellung ist es, das Leben der ehemaligen jüdischen Landgemeinden im heutigen Landkreis Forchheim am Beispiel von Ermreuth darzustellen und deren erloschenes Leben wieder aufleben zu lassen, um so die Erinnerung an deren Mitglieder als deutsche Bürger jüdischen Glaubens wach zu halten, die lebhaft am sozialen und wirtschaftlichen Leben dieses Landes teilnahmen. Sie möchte vor allem aber Jugendliche und Kinder, denen die Schrecken des Naziregimes erspart geblieben sind, ansprechen und wachrütteln. Sie will in ihnen das Interesse für andere Kulturen und Religionen wecken und dadurch zur Toleranz und zum Frieden erziehen.

Zu diesem pädagogischen Konzept gehören die Gruppen- und –Schulklassenführungen, das angebotene Kulturprogramm, der interreligiöse und kulturelle Dialog, der durch diverse Veranstaltungen, Wechselausstellungen, Aktionen und Konzerte geschaffen wird, um dadurch Begegnungen zwischen Kulturen und Religionen zu ermöglichen.

Synagoge Ermreuth - Empore mit Dauerausstellung
Synagoge Ermreuth - Empore mit Dauerausstellung
Buchstabiertafel
Gebet für den Landesherrn
Ketuba
Tallit Katan
Tuete
Kalender
Tüte mit Gebetsriemen
Kindbettzettel
Riemen für das Laubhüttenfest
Weitere Ausstellungsstücke aus der Genisa